04.05.2015

Förderprogramm "Nationaler Radverkehrsplan 2020"

Das BMVI fördert nicht investive Modellprojekte in den Handlungsfeldern des NRVP (Radverkehrsplanung und -konzeption, Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Kommunikation, Fahrradtourismus, Elektromobilität, Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, Mobilitäts- und Verkehrserziehung) sowie in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Gesundheitsförderung, Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz mit Bezug zum Radverkehr.

Jährlich gibt es zwei wechselnde Förderschwerpunkte.

Für das Förderjahr 2016 werden insbesondere Projektideen zu folgenden Themenfeldern begrüßt:

Elektromobilität

Die stark zunehmende Verbreitung von elektrisch unterstützten Fahrrädern, insbesondere Pedelecs, ermöglicht es in zunehmendem Maße längere Strecken zurückzulegen und Steigungen einfacher zu bewältigen. Dies eröffnet dem Radverkehr neue Potenziale, sowohl hinsichtlich des Einsatzgebietes (z. B. hügelige Regionen, ländlicher Raum, größere Distanzen) als auch in Bezug auf Fahrtzwecke (z. B. Berufspendeln, Einkauf, Freizeit, Urlaub) und mögliche Zielgruppen (z. B. Pendlerinnen und Pendler, Seniorinnen und Senioren, Urlauberinnen und Urlauber).

Das Fahrrad ist als Transportmittel – sowohl für private Zwecke als auch im Wirtschaftsverkehr – geeignet. Durch die Kombination Elektroantrieb und Lastenrad ergeben sich neue Potenziale und Einsatzgebiete im Wirtschaftsverkehr, aber auch im Alltagsverkehr. So werden Fahrradanhänger u. a. zunehmend von Familien als Alternative zum Kfz eingesetzt. Auch im Fahrradtourismus sind die Vorteile und Potenziale des elektrisch gestützten Fahrrads erkannt worden. Viele Urlaubsregionen haben nicht nur das Marketing, sondern auch das Angebot diesbezüglich erweitert. Durch die neuen Einsatzgebiete und die zunehmende Verbreitung der Pedelecs ergeben sich Handlungs- und Forschungsbedarfe (z. B. sichere Abstellanlagen, Regelkenntnisse, Umgang mit großen Radverkehrsmengen, Lademöglichkeiten, Chancen für Einsteigerkommunen und -regionen). Es sollte bei den angebotenen Lademöglichkeiten für die Pedelecs ein besonderes Augenmerk auf die Stromherkunft gelegt werden. Ziel sollte dabei die Bereitstellung von zertifiziertem Ökostrom sein. In den vergangenen Jahren wurden Forschungsergebnisse veröffentlicht und Projekte durchgeführt, die Handlungs- und Innovationsbedarfe zeigen. Mit diesem Projektaufruf sollen offene Fragestellungen geschlossen werden. 

Rad und Raum

Zwischen dem Raum, in dem wir leben, arbeiten und uns erholen und dem Radverkehr bestehen vielfältige Interdependenzen, die der Förderschwerpunkt "Rad und Raum" thematisiert. In diesem Themenfeld werden Erkenntnisse erwartet, die den Besonderheiten der Radverkehrsförderung in ländlichen Gebieten, Klein- und Mittelstädten, aber auch in hochverdichteten Räumen in Deutschland Rechnung tragen. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, fördert einen lebendigen öffentlichen Raum und erhöht damit die Attraktivität von Einzelhandels-, Wohn-, Gastronomie- und Freizeitstandorten.

Dennoch werden die Potenziale des Radverkehrs vielerorts nicht ausgeschöpft, wie z.B. bei Arbeits- und Pendlerwegen. Neue Bezüge zu den Themen Verkehrssicherheit, Fahrradabstellanlagen, digitale Vernetzung und demografischer Wandel ergeben Chancen für die Radverkehrsförderung. In verdichteten Gebieten kommt es zunehmend zu Verteilungs- bzw. Platzproblematiken im gemeinsamen Verkehrsraum. Das Fahrrad trägt aufgrund seiner Flächeneffizienz zur Vereinbarkeit hoher Bevölkerungsdichten mit den Ansprüchen an Mobilität und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei. Mit einem steigenden Radverkehrsanteil in vielen deutschen Städten und Regionen stellen sich auf Bundesebene zunehmend die Fragen, welche gegenseitigen Wechselwirkungen Raumstrukturen und Radverkehr aufeinander haben, wie das Fahrrad als kostengünstiges und kommunikationsförderndes Verkehrsmittel soziale Interaktion und Teilhabe unterstützt und damit zur Gestaltung lebenswerter Städte beiträgt und der knappe (Verkehrs-) Raum umweltverträglich und effizient genutzt wird.

Die Bildung des Förderschwerpunktes für das Förderjahr 2016 schließt die Förderung von innovativen Projektideen aus anderen Handlungsfeldern des NRVP oder mit anderen Wirkungszusammenhängen (z. B. Klima- und Umweltschutz) nicht aus.

Begrüßt werden Projektideen, an denen sich unterschiedliche Partner beteiligen und die sich nicht auf eine Region beziehen. National und international bereits vorliegende Erfahrungen und Erkenntnisse sollen bei der Ideenfindung berücksichtigt werden und auf diese aufbauen.

Einsendeschluss für Projektvorschläge ist der 01. August 2015 (Ausschlussfrist).

Ausführliche Informationen gibt es hier.