19.02.2016

Fahrrad-Monitor 2015 veröffentlicht

Alle zwei Jahre untersucht das Sinus-Institut in Heidelberg mit einer repräsentativen Online/Telefon Befragung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) die Situation des Radverkehrs in Deutschland.

Wer die aktuellen Daten kritisch liest und auch mit den Ergebnissen aus 2011 und 2013 vergleicht, muss zu dem Ergebnis kommen: Der Radverkehr in Deutschland kommt nicht vom Fleck! Der gefühlte und beschworene „Fahrradboom“ wird gebremst durch unzureichende Rahmenbedingungen.  Die Entwicklungen sind eher negativ. Das lässt sich an vielen Punkten festmachen. Hier ein paar Beispiele:

•        48% der Radfahrenden fühlt sich im Verkehr nicht sicher bzw. überhaupt nicht sicher. Die Sicherheitsproblematik dürfte erst Recht für Nicht-Radfahrer das dominierende Argument sein nicht aufs Rad zu steigen.

•        Deutlich mehr Radfahrer als 2011 geben an, nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit bzw. zur Schule zu fahren, weil es zu gefährlich sei. Dabei nennen 85% als Grund: zu viel Autoverkehr (2011: 79%).

•        Die Nutzung des Fahrrads als reines Verkehrsmittel geht bundesweit seit 2013 zurück: Von 33% auf jetzt nur noch 30% der Radfahrenden.

•        Die Bundesregierung wird nur noch von 12% der Befragten als „fahrradfreundlich“ eingestuft (2013: 15%), die Landesregierungen kommen etwas besser dabei weg (19%).

•        Die Beliebtheit des Fahrrads in der Bevölkerung ist im Vergleich zu 2011 heute negativer. Der Mittelwert liegt bei Note 2,55 (2011: 2,35). Die Beliebtheit des Autos liegt aktuell bei der Note 1,8 (auch etwas rückläufig).

Aber für die Branche und besonders den Handel gibt es auch einen positiven Trend: Waren 2011 nur 76% der Radfahrer mit ihrem Rad zufrieden, so sind es 2015 stolze 86%!

Albert Herresthal, Vorstand des VSF e. V., zeigt sich besorgt: „Die Ergebnisse des aktuellen Fahrrad-Monitors sind enttäuschend. Es zeigt sich deutlich, dass die bisherigen Aktivitäten von Bund, Ländern und Gemeinden nicht ausreichen, um die Ziele des Nationalen Radverkehrsplans zu erreichen. Fahrradförderung geht nicht mit guten Worten, sondern sie braucht engagiertes Handeln und mehr finanzielle Mittel! Auch ein Investitionsprogramm des Bundes in Radschnellwege könnte dazu beitragen, die Radverkehrsinfrastruktur zu verbessern und mehr Menschen aufs Rad zu bringen.“

Den kompletten Fahrradmonitor 2015 gibt es zum Download auf der Webseite des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.